Wo er ist, ist vorne – ohne Lücke und durchaus als Spitzenreiter
Beim Buchstaben A beginnend, verzeichnet dieses Metier bereits bekannte Namen wie Anke Engelke, Atze Schröder, Abdelkarim oder Ingo Appelt. An der elften Stelle des Alphabets, dem K angekommen, stehen Namen wie Caroilin Kebekus, Johann König oder Oliver Kalkofe. Doch dazu gehört auch einer, der nicht nur in der Kunst des humorvollen Entertainments, also des Comedian-Daseins, sondern auch als Moderator, Sänger, Schauspieler und parodistischer Promi-Imitatorlängst über die Grenzen des beschriebenen Metiers seinen festen Platz eingenommen hat – Allrounder Matze Knop. Der gelernte Hörfunkredakteur und studierte Journalist ist bekennender wie leidenschaftlicher Amateurfußballer und Fußball-Experte. So organisiert er seit 2023 in seiner Geburts- und Heimatstadt Lippstadt den Numero uno-cup („Champions-League“ gegen „Kreisliga-Legenden“) zu Gunsten des Vereins Kinderlachen e. V., deren Schirmherr er seit 2004 ist. Als Schirmherr ist es für Knop eine reine Ehrensache. Eine reine Ehre war es auch, nachfolgendes Interview mit ihm (Knop: „Schön, endlich mal ohne jegliche Stimmimitationen“) zu führen.
Warum nicht beim Journalismus geblieben – und wie zum Singen und Parodieren gekommen?
Knop: Ich hab´ bereits in früher Kindheit versucht, Stimmen zu imitieren. Auch gesungen hab´ ich damals schon viel und gern. Und mit der „Supa Richie“-Figur und dem Erfolg in den deutschen Charts, auf einer Bühne zu stehen, Blut geleckt zu haben… da blieb kein anderer beruflicher Werdegang.
Wer muss was machen, um das Interesse von Matze Knop zu wecken, ihn zu parodieren?
Knop: Er muss medial ausreichend bekannt, bestenfalls sympathisch sein, polarisieren, egal ob positiv oder negativ. Dann reicht manchmal ein entscheidender Satz dieser Person.
„Eine Parodie funktioniert nur, wenn man das Original auch kennt.“ Wie kommst du zu den persönlichen Begegnungen?
Knop: Es klappt nicht immer. Wichtiger ist: Die Leute müssen die Stimme kennen. Sie muss etwas wirklich Eigenes, diesen bestimmten Wiedererkennungseffekt haben.
Das 2026er Programm heißt nach „Willkommen in Matzeknopien“ und „Mut zur Lücke“ nun „Spitzenreiter – Wo wir sind, ist vorne“ mit Flashback in die 80er und 90er. Wonach und warum gibt´s selbst die größte Sehnsucht?
Knop: Das war mehr so ein fließender Übergang bis hin zum Durchbruch. Es war das positiv unpolitisch Unbeschwertsein.
Wie alle Programme brauchte auch „Spitzenreiter – wo wir sind, ist vorne“ Vorbereitung. Damals von absolutem Optimismus getragen, oder bereits geahnt, dass Merz & Co und die deutschen Fußballer alles andere als vorne sind, um nun besser nachlegen zu können?
Knop: Nein! Richtig ernsthaft damit gerechnet, hab´ ich in beiden Fällen nicht. Ich war schon überzeugt, dass Deutschland zur WM was reißen kann. Ähnlich war´s auch bei Merz. Gut, oder besser nicht gut! Nun hat sich´s so ergeben. Nun machen wir was draus.
Welchen pädagogischen Aspekt gibt es für die Generation Z im „Spitzenreiter“-Programm oder hat Oliver Kalkofe mit seiner Generation HORST recht: hacke doof, oberflächlich, riemig, selbstverliebt und tätowiert – also summa summarum: eine hoffnungslose Generation?
Knop: Ich glaube das Problem war und ist allgegenwärtig. Die jeweils junge Generation wurde und wird schon immer von den Alten kritisch gesehen. Das kennt wohl jeder von seinen Eltern und Großeltern. Allerdings stehen jetzt Achtung, Anstand, Ordnung, Fleiß und Disziplin mit intensiverer Bedeutung auf der Agenda dieser jungen Generation.
Matze Knop ist als Kenner des deutschen Fußballs bekannt. Als Kloppo-Freund und -Imitator – läuft Matze Gefahr, indirekt Hinweise zu geben?
Knop: Sagen wir mal so: Wenn die deutsche Auswahl wieder auf WM-Niveau spielt, meine Maske passt, ich dann irgendwie auch Zugang bekommen würde… Ich wüsste, was ich zu sagen hätte.
Nochmal Fußball-WM. „Spitzenreiter“-Auftritte im Nationaldress und Rücken-Nr. 12 gab´s weit vor der WM – weil da bereits geahnt, dass Baumann ins 2. Glied muss?
Knop: Gut kombiniert!Aber ehrlich? Als Neuer nochmal WM spielen wollte, ja. Neuer war in der Champions-League einfach gut und besitzt, besaß, eine größere Aura.
Das betrifft zwar den Heimatstadtverein SV Lippstadt 08 nicht. Aber was empfiehlt der Fußballkenner als die beste Regionalliga-Aufstiegsregelung?
Knop: Das liegt doch eigentlich klar auf der Hand. Es gibt derzeit fünf Regionalligen, also steigen fünf Teams aus der 3. Liga ab und die Staffelsieger auf. Fertig! Basta!
Kurz noch drei völlig andere Themen.
„Kinderlachen“ setzt sichfür Kinder in Not ein, in Deutschland und im deutschsprachigen Raum. Warum nicht international oder an aktuell akuten Brennpunkten?
Knop: Unser Prinzip ist: Das Geld soll auch da ankommen, wo es notwendig ist. Und außerdem: Wir machen Sachspenden. Die Einrichtungen sagen, was sie benötigen, und wir kaufen und überreichen es dann. Da lässt sich alles genau kontrollieren und nachweisen.
Es gibt ein Knop-Kochbuch mit dem Titel „Kochen mit zwei linken Händen“. Geschrieben mit Charme und Witz und mit Mutti. Wer kocht eigentlich zu Hause und ist das Lieblingsgericht immer noch Kartoffelknödel gefüllt mit Pflaumen und Aprikosen?
Knop: Zu Hause koche ich und auch gern.UndKartoffelknödel mit Pflaumen und Aprikosen gefüllt? Meine Welt! Aber ich esse auch gern etwas anderes wie an der Ostsee fangfrischen Fisch.
Mit Wolfgang Lippert und Joachim Llambi wurde die Riverboat-Moderation etwas lockerer. Dazu selbst seit über drei Jahren ebenso einen großen Anteil beigetragen. Wer schreibt eigentlich die Fragen für die Gäste oder ergeben sich deine mehr spontan aus dem Gespräch heraus?
Knop: Die Redaktion macht schon eine gewisse Vorarbeit. Aber ich mache mir ebenso meine eigenen Gedanken und agiere auch gern spontan.
Zuallerletzt und mit einem kleinen Augenzwinkern: Ein winziges Stück Knop-Zahn steckt nach dem „Numero Uno Cup“-Benefiz-Fußballspiel seit knapp einem Jahr im Rasen des SV Lippstadt 08… Gibt´s ein Knop-Rasen-Teilstück, an dem bei der Rasenpflege mit extra Vorsicht vorgegangen, per Hand geschnitten wird?
Knop: (lacht) Ja, das hätte ich wohl anregen sollen. Wäre bestimmt lustig gewesen. Aber es muss ja nicht immer mit derartigen Verlusten weitergehen.
Dann noch zahlreiche polarisierende und zu imitierende Personen, tolle Einnahmen für „Kinderlachen“ und hoffentlich keinen Ernstfall, Kloppo in der Kabine spielen zu müssen.

