Jürgen Klopp, neue Regeln und eine 20-Profi-Teams-Lösung

Nach der WM ist vor der Regionalsaison 2026/27

Über das enttäuschende Abschneiden der deutschen Adler bei der Fußball-WM, oder eher zutreffend dem flugunfähigen oder schwach fliegenden Hühnerhaufen, ist ausgiebig berichtet. Das Fazit ist bereits Realität – neuer Bundestrainer ist Jürgen Klopp. Er bringt die ihm aus Liverpool wohlbekannten Peter Krawietz (exzellenter Spielanalyst) und Pepijn Lijnders (Experte im Gegenpressing) sowie den aus Dortmunder Zeiten vertrauten Sven Bender mit in sein Team. Vor allem wird es dieser Crew gelingen müssen, ihre verwöhnten Spieler zu größeren Schritten zu bewegen, das Benimmse abzugewöhnen, dass ihnen das in den Hintern geblasene Geld wieder hinausflattert.

Von der WM schwappt aber auch Positives in die neue Fußball-Saison nach Deutschland. Nicht die Trinkpausen, die der Schiri hierzulande bei entsprechenden Temperaturen ohnehin schon anordnen konnte. Vielleicht gibt´s ja, weil´s in Übersee vor allem Reklamezeit war, demnächst Nummerngirls, die, mit einem Schild bewaffnet: „3 Minuten Trinkpause“ mit einem darauf diese präsentierenden Sponsor, eine Stadionrunde drehen.

Positiv sind allerdings die neuen Regelungen bezüglich der 5-Sekunden-Regel bei Einwürfen und Abschlag, die einminütige Zwangspause für auf dem Spielfeld behandelte Spieler – was der endlosen Lamentiererei und Zeitschinderei wohltuend entgegen wirken soll – sowie die Ein- beziehungsweise Auswechslung innerhalb von zehn Sekunden. Und: Der teils etwas zu lax gehandhabte Kapitänsregel sollte wieder mehr Geltung verschafft werden, um der vermehrten Rudelbildung nach Referee-Entscheidungen entgegenzuwirken.

Bleibt das Problem der Aufstiegsregelung aus den bis dato vorhandenen fünf Regionalligen. Auch darüber ist bereits ausführlich berichtet worden.

Trotzdem einige Gedanken dazu: Als gerecht und logisch erscheint mehr und mehr eine einzige Lösung. Erstens das Aufstocken der ersten, zweiten und dritten Liga auf zwanzig Mannschaften mit Beibehaltung vorhandener Auf- und Abstiegsregelung. Zweitens die Schaffung einer ebenso zwanzig Teams umfassenden vierten Liga, mit Teams, die unter Profibedingungen am Spielbetrieb teilnehmen. Und: In all diesen Ligen haben zweite Mannschaften nichts zu suchen! Eine U23-Bundesliga für Vereine der Bundesliga und der 2. Bundesliga muss wieder Pflicht werden mit dem Zusatz, einer vorgegebenen Anzahl von Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit, um den Nachwuchs des eigenen Landes besser zu fördern und zu integrieren.

Warum zwanzig Mannschaften umfassende Ligen?! Alle ambitionierten, also aus der Tradition und vor allem dem vorhandenen finanziellen Umfeld bekannten Vereine zusammengerechnet, sind es diese rund achtzig Vereine, die Chancen und Mittel haben, sich im Profifußball zu behaupten. Abgesehen von Vereinen, die sich verschulden, Konkurs gehen, was im Profibereich bisher fast ausschließlich in den alten Bundesländern der Fall war. In diesen Kreis vorstoßen können selbstverständlich Vereine mit entsprechender Solvenz und Umfeld wie eigenes Stadion.

Und: Wer hat eigentlich in den jetzt existierenden 4. Ligen in der West- oder Nordstaffel mehr als fünf Vereine gezählt, die das Potential haben, unter Profibedingungen zu kicken, gar in der dritten oder zweiten Liga? Am ehesten noch Vereine aus der Südweststaffel. Bezüglich der Regionalliga Nordost hieße das: Sie hat zwar gegenüber den anderen 4. Ligen die wahrscheinlich größte Leistungsdichte aber – wie sich am Beispiel von Lok Leipzig zeigte – nicht den höchsten Leistungsstand. Es kann und muss berechtigter Zweifel angemeldet werden, ob Nordost-Teams das Drum und Dran der 3.-Liga-Existens auf Dauer stemmen können. Denn klar ist, dass die jetzt vollen Stadien – und damit Einnahmen – bei den zahlreichen Derbys ausbleiben würden sowie der Ostdeutsche Sponsoren-Kuchen nicht größer wird und längst aufgeteilt ist. Der Regierungsbezirk Chemnitz ist mit dem CFC, FSV und dem FCE bestes Beispiel.

Apropos CFC, FSV und FCE. Der Traum vom Aufstieg eint ausnahmsweise alle drei Fanlager. Benjamin Duda bekommt bei den Himmelblauen die Chance, in seiner dritten Saison als Cheftrainer Besseres als Platz acht zu erreichen. Rico Schmitt geht (nachdem es für ihn oft nach drei Jahren „Auf Wiedersehen“ hieß) mit den Schwänen ins vierte Jahr und wird es schwer haben, wieder aufs Treppchen zu gelangen. FCE-Coach Khvicha Shubitidze soll (erstmals hoffentlich über eine ganze Saison) die Veilchen mit einer fast komplett neuen Mannschaft wieder direkt zurück in die dritte Liga führen. Wer hat´s da wohl schwerer?

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