Werbeclips suggerieren: Heldenhaft, stark, schnell und gewieft sein
Erneut lohnt sich ein Blick auf den einen oder anderen Werbespot, der die eine oder andere Frage aufwirft.
Einige der in Mailand und Cortina d´Ampezzo erbrachten sportlichen Leistungen hielten die Menschen an den heimischen TV-Geräten in Atem. Der stockt einem ebenso, wenn mit angeschnalltem geöffneten Gleitfallschirm plötzlich jemand mitten in einem Autohaus gelandet ist, also durchs geschlossene Dach geschmitzt, äh: geflitzt ist! Eben ein echter Hero!
Dieses 2026er Winter-Olympia kam bis dato ohne erfasste beziehungsweise gemeldete Dopingfälle aus. Bezüglich der Dopingfälle könnte sich das allerdings demnächst für einige Sportarten ändern. Ein spezielles Auge werden die Damen und Herren der Wada bestimmt auf Gewichtheber und Sprinter werfen. Denn einer Werbung zufolge sollen nur wenige Dragees in diesen Disziplinen zu Höchzzzt-Leistungen animieren. Oder aber, die Athleten schlafen im Startblock oder auf der Heberbühne ein.
Sportlich wie optimistisch und zumindest amüsant sieht´s ebenso aus, wenn Tante Käthe vorn im Auto am Lenkrad sitzt und seine derzeitigen Offensivkollegen, weil sie hinten im Fond sitzen, möglicherweise einen Hinweis auf das Abschneiden der Nagelsmann-Truppe bei der Fußball-WM geben wollen – so sie denn überhaupt wie geplant ausgetragen wird.
Dann gebe es auch nichts zu feiern, braucht niemand zu irgendeiner Party zu gehen, sich nicht in Schale zu werfen, sondern einem anderen Spot Folge leistend das dafür benötigte Geld lieber bausparen. Welchem Feier-Muffel ist denn das eingefallen, wo´s doch immer einen Grund zum Feiern gibt!
Zum Beispiel, wenn der Nachwuchs angekommen ist. Doch Obacht beim Pampers-Kauf! Denn augenscheinlich gibt´s da, ethnisch betrachtet, anscheinend unterschiedliche – für europäisch hautfarbene und andere Hosenscheißerle.
Und wenn die Kids bereits älter sind, wird ihnen in einem anderen Clip geraten: Wenn in deinem Umfeld lauthals gehustet und geprustet wird, am besten Kopfhörer aufsetzen, damit´s nicht in deren Hals anfängt zu zWICKen.
Stellt sich bei nicht nur vorab betrachteten Werbeclips die Frage: Haste Töne?
Erst recht bei ähnlich getitelter Sendung, in der insbesondere die Sängerin der Studioband, im Gegensatz zu den Kandidatinnen bei der Suche nach der besten Kinder-Sing-Stimme auf dem gleichen Kanal, die wenigsten Töne trifft. Die Rate-Idee an sich ist hingegen schon gut. Ganz gegensätzlich zu bereits genannter „Kindersendung“, in der die Jury gute Miene zum abgekarteten Spiel machen muss, weil bis zum Finale, wenn das Publikum mit voten darf, das Weiterkommen – wie hinter den Kulissen gemunkelt wird – im Drehbuch längst vorgegeben ist, Augenwischerei in Perfektion als Unterhaltung geboten wird.
Also: Schön die Augen klar gewischt und weiterhin einen genaueren Blick auf die bunte Werbung und sonst auf der Mattscheibe Gebotenem werfen!


