Bildungsauftrag verfehlt

Arme deutsche Sprache

Noch bis in die 90er Jahre beschäftigte jeder große Zeitungsverlag Korrektoren. Sie sorgten in den unterschiedlichen Beiträgen für richtige Rechtschreibung, Grammatik und Ausdruck sowie Kommasetzung. Ab und an hatten sie auch einen Blick auf mögliche inhaltliche Ungereimtheiten. Dieser Berufszweig wurde abgeschafft. Heutzutage übernimmt das die Autokorrektur am PC. Leider auch nicht immer fehlerfrei.

Besonders schlimm ist das Fehlen solcher Korrektoren im Fernsehen. Immerhin nehmen fast alle Sender für sich in Anspruch, Bildungsfernsehen zu betreiben. Allerdings ohne genaueren Blick auf die Regeln der Deutschen Sprache!

Am laufenden Band wird Groß- und Kleinschreibung ignoriert, scheint das sgn. „Durchkoppeln“ ein Fremdwort zu sein. (Zur Erläuterung für die „Pisa-Experten“: Das Zusammenschreiben von Wörtern mit Bindestrich, also Binde-Strich-Wort-Bildungen.) Selbst vor fehlender Kommasetzung bei Sätzen mit dem „berüchtigten Infinitiv mit ‚zu‘“ wird nicht zurückgeschreckt. Allgemein scheint das Komma ein rotes Tuch zu sein.

Besonders schlimm: Selbst in den Nachrichtensendungen aller Kanäle von A bis Z sind vorgenannte Fehler in Headlines und Teaser zu finden. Und hier ist gleich das nächste Problem. Gemeint sind natürlich Schlagzeilen bzw. der kurze Text, der Neugier auf den Beitrag wecken soll. Heißt konkret: Weg mit den Anglizismen! Das soll allerdings nicht bedeuten, dass anstelle von Garage nun Kraftfahrzeugunterstellmöglichkeit gesagt werden soll.

Artikel teilen:

Facebook
WhatsApp

andere Artikel

Sport

Vom Hauswandtraining ins Bundesligator – Perry Bräutigam

Vielleicht bleiben hasserfüllte Fans auch zu Hause, wenn RB international spielt
Die Aufgabe für DDR-Fußball-Freaks könnte lauten, die in der zeitlichen Abfolge unvollständige Liste zu ergänzen: Karl-Heinz Spickenagel, Horst Weigang, Wolfgang Blochwitz, Jürgen Croy, René Müller, Dirk Heyne, Jens Adler… Der fehlende Torwart verbrachte seine Jugend (1970-81) bei der BSG Motor Altenburg und beim 1. FC Lokomotive Leipzig (1976/77), ehe er 1982 zum FC Carl Zeiss Jena wechselte. Später stand er beim 1. FC Nürnberg und bis 2002 bei Hansa Rostock zwischen den Pfosten

Weiterlesen »
Sport

Mehrfache Masters-Games-Weltmeisterin – Eisschnellläuferin Ute Zillmann

In Mylau wurde und wird mit viel persönlichen Engagements gearbeitet
Zu den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck vertrat die inzwischen 70jährige Reichenbacherin die Farben der DDR auf dem Eis-Oval. Aufs Treppchen hat´s damals nicht gereicht. Heute sammelt sie dagegen Titel um Titel. Seit 1996 steht sie regelmäßig auf dem Treppchen bei den International Masters-Games, den Seniorenweltmeisterschaften. Dort kann sie auf rund fünfzig Weltmeistertitel oder Podestplätze verweisen. Noch vor wenigen Jahren

Weiterlesen »
Sport

Skisprung-Ikone Jens Weißflog über seinen Sport und mehr

„Es muss keiner Skispringer gewesen sein, um Entsprechendes zu lehren!“
Unweigerlich und auch des Respekts wegen ist bei einer Debatte zum Thema Skispringen ein Name Pflicht: Er ist bis dato einer der sechs Athleten (neben Espen Bredesen, Thomas Morgenstern, Matti Nykänen, Domen Prevc und Kamil Stoch), der die wichtigsten vier Wettbewerbe im Skispringen (Olympia, Weltmeisterschaften, Gesamtweltcup und Vierschanzentournee) sogar mehrmals gewonnen hat und

Weiterlesen »
error: Content is protected !!