Renft-Frontmann Thomas „Monster“ Schoppe

„Renft akustisch“ heißt es seit einiger Zeit. Die Kult-Band zieht es vor, nicht mehr wie in den 60er und 70er Jahren in Sälen mit großen Anlagen aufzuspielen. Es ist ein Programm zum Zuhören und Nachdenken und für das ältere Publikum möglicherweise zum Erinnern. Nachdem sechs frühere Bandmitglieder verstorben und zwei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr live auftreten können, ist Frontmann Thomas „Monster“ Schoppe der einzig Übriggebliebene der Rocklegende Renft.

Eigentlich waren in der Zwickauer Region Renft und der Amorsaal stets eine Einheit. Wieso jetzt die „Neue Welt“?

Schoppe: Passt in unser Konzept von Konzerten in Kirchen und Theatern. Heute hier: Geiler Saal, tolle Akustik. Aber der „Mor“ steht fest auf der Agenda.

Mit Piatkowski und Rasym kamen Musiker mit viel Erfahrung unter anderem von City, Lift und Puhdys. Gibt´s auch Titel von denen im Programm?

Schoppe: Nein. Renft hat so viele Titel, dass es bereits schwerfällt, eine Auswahl zu treffen, um die Vielfalt der Band zu zeigen, aber auch den Fans gerecht zu werden.

Apropos Fans – kommen ausschließlich die ehemaligen Wegbegleiter?

Schoppe: Keinesfalls. Manchmal sind drei Generationen im Publikum nach dem Motto: Hör´ dir ruhig mal an, was es in der DDR für geile Musik gab.

Aber damals wurden Texte hauptsächlich zwischen den Zeilen geschrieben. Verstehen das die jüngeren Leute heute eigentlich?

Schoppe: Ich weiß nicht, ob sie das überhaupt können oder wollen!

Renft hatte mehrere Auftrittsverbote, nannte sich deshalb kurze Zeit Butlers und erhielt 1964 bei der Stasi eine Akte unter dem Decknamen „Wanderer“. Grund für den 1972 erschienen Titel „Wandersmann“?

Schoppe: Kann ich nicht mehr genau nachvollziehen, möglich. Aber eben auch etwas für zwischen den Zeilen lesen.

Bei den vielen Ohrwürmern von damals: Manchmal bange, dass das Publikum nach den ersten Takten das Lied alleine weitersingt?

Schoppe: Nein. Gelegentlich den Refrain, wenn wir dazu animieren. Ansonsten wohl viele so vor sich hin.

Erstmals taucht der Name Klaus-Renft-Combo 1958 auf. Damit ist Renft älter als die Stones. Wie lange geht´s noch on Tour?

Schoppe: So lange es noch geht. Bis dahin haben die Medien noch Zeit, nicht zu sülzen, sondern sich endlich mal real dem Thema zu widmen, wer wann und was für die DDR-Rockmusik getan hat!

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